Giesing verändert sich. Neue Läden, neue Restaurants… und auch neue Preise. Was aber sagen die älteren Bewohner*innen zu diesem Wandel? Wie sah ihr Leben aus, bevor sich das Viertel zu einem beliebten Ort für Student*innen und junge Familien entwickelte? Und wie verbringen sie ihren Alltag heute?

Mit diesen Fragen im Gepäck begibt sich eine junge Giesingerin auf die Spuren der Lebens- und Alltagsgeschichten ihrer Nachbar*innen.

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Bildrechte MGS - Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung mbH

Meine Gesprächspartnerin für diese Folge war Sophie M.

Eine 73-jährige Obergiesingerin, die seit 30 Jahren in München und seit 20 Jahren in diesem Stadtteil lebt. In Kontakt gekommen bin ich mit ihr über die Lichtblick Seniorenhilfe; ein Verein, der sich für Menschen in Altersarmut einsetzt. Wir haben telefoniert und Sophie hat mich zu sich eingeladen.


Sophie wurde 1946 in Saarbrücken geboren. Mit vier Jahren ist sie mit ihrer Familie nach Paris gezogen. Dort hat sie auch die meiste Zeit ihres Lebens verbracht. Sie ist dort zur Schule gegangen, hat daraufhin eine Ausbildung zur Buchhalterin und Sekretärin gemacht und sich dort auch das erste Mal verliebt.

Sophies Leben ist von Schicksalsschlägen gezeichnet. Es verläuft seit jeher über Umwege, die ihr mal großes Glück und dann wieder großes Leid bescherten und sie schließlich nach München brachten.

Wie genau es dazu kam, wie es ihr seither ergangen ist und wie es ihr heute geht, erzählt sie in dieser Podcast-Folge.

Meine Gesprächspartnerin für diese Folge war Gertrud D.

Eine 85-jährige gebürtige Münchnerin, die schon seit über 60 Jahren in Giesing lebt.
Anders als Sophie M., lernte ich Gertrud allerdings völlig unverhofft kennen. Denn eigentlich war ich an jenem Tag mit Irmengard K., einer anderen potentiellen Gesprächspartnerin, zu einem Vorgespräch verabredet. Diese hatte jedoch kurzer Hand ihre Nachbarin und gute Freundin Gertrud eingeladen sich unserem Gespräch anzuschließen.
Und so kam es, dass ich mich eine Stunde später nicht nur zu einem weiteren Interview mit Irmengard verabredet hatte, ich fand mich kurz darauf außerdem in Gertruds Wohnzimmer wieder, wo sie mir schließlich aus ihrem bewegten Leben in Giesing erzählte.

Gertrud wurde 1934 in Obergiesing geboren. Nachdem sie mit ihrer Familie zunächst für ein paar Jahre in Ramersdorf gelebt hatte, zog es sie als junge Frau dann gemeinsam mit ihrem Mann zurück nach Untergiesing. Eine Drei-Zimmer-Wohnung in der der Schyrenstraße 14 wurde ihr neues Zuhause, in dem später auch ihre drei Kinder aufwuchsen.

Fast 50 Jahre später, nachdem Gertrud ihren Mann und ihren Sohn an Krebs verloren hatte und auch ihre Töchter bereits ausgezogen waren, traf sie im Jahr 2008 schließlich eine Entscheidung: Sie wollte zurück zu ihrem Geburtsort, den Hügel hinauf, nach Obergiesing ziehen. Und dort wohnt sie seither in einer Zwei-Zimmer Wohnung im ersten Stock, in die sie sich gleich bei der ersten Besichtigung verliebte.

Wie genau es dazu kam, wie es ihr seither ergangen ist und wie es ihr heute geht, erzählt sie in dieser Podcast-Folge.

Meine Gesprächspartnerin für diese Folge war Irmengard K.

Eine 87-jährige Münchnerin, die, genau wie ihre gute Freundin Gertrud D., schon seit über 60 Jahren in Giesing lebt.
Anders als bei meinen vorherigen Gesprächspartnerinnen, kannten Irmengard und ich uns bereits aus der Zeit meines Ehrenamts im Alten- und Servicezentrum Untergiesing. Und obwohl ich meine Tätigkeit dort aus zeitlichen Gründen irgendwann aufgeben musste, war mir Irmengard in ihrer herzlichen Art nie ganz aus dem Kopf gegangen. Mir war somit gleich zu Beginn des Projekts klar, dass ich sie gerne als eine meiner Gesprächspartner*innen dabei hätte.
Im Gegensatz zu mir, war sich Irmengard da anfangs jedoch nicht ganz so sicher, weshalb sie sich auch Gertrud zu unserem Vorgespräch als Unterstützung eingeladen hatte. Und wie wir nun schon wissen, ließ sich Irmengard letztlich doch noch von der Gutheißung und Spontanität ihrer Freundin anstecken.
Und so kam es, dass ich mich kurz Zeit später noch einmal in Irmengards Wohnung wiederfand, wo sie mir schließlich auch aus ihrem Leben erzählte.

Irmengard wurde 1933 in Neubiberg, einer Gemeinde angrenzend an den Osten Münchens, geboren. Dort lebte sie mit ihrer Familie, bis sie sich, entgegen des Verbots ihrer streng katholischen Mutter, im Alter von 26 Jahren dazu entschied, einen evangelischen Mann zu heiraten. Mit ihm zog sie schließlich auch nach Untergiesing, wo sich das junge Paar die Wohnung in der Schyrenstraße 14 nicht nur mit der kurz darauf geborenen Tochter, sondern auch mit seinen Eltern teilte.
Über 50 Jahre später, nachdem die Schwiegereltern verstorben waren, die Tochter das Elternhaus verlassen und Irmengard ihren Mann verloren hatte, fasste sie letztlich den Entschluss, es Gertrud gleichzutun. Sie packte ihre sieben Sachen und zog zu ihr ins Haus nach Obergiesing.

Wie genau es dazu kam, wie es ihr seither ergangen ist und wie es ihr heute geht, erzählt sie in dieser Podcast-Folge.

Meine Gesprächspartnerin für diese Folge war Traudl S.

Eine 80-jährige gebürtige Münchnerin, die schon seit über 60 Jahren in Untergiesing lebt. Genau wie schon Irmengard K., lernten auch Traudl und ich uns über das Alten- und Servicezentrum am Kolumbusplatz kennen. Nachdem der Betrieb dort nämlich auch so langsam wieder angelaufen ist, telefonierte ich vor geraumer Zeit mit einer der Mitarbeiterinnen, die mir eine der von ihr betreuten Frauen als potentielle Gesprächspartnerin vorschlug – eine gewisse Gertraud S. Diese hätte viel zu erzählen und würde furchtbar gerne ratschen. ‚Na das klingt doch perfekt‘, dachte ich mir. Und so kam es, dass wir uns bald darauf in einem der Gruppenräume des ASZ gegenübersaßen und mir Traudl schließlich aus ihrem Leben und Alltag in Giesing erzählte.

Traudl wurde 1939 in München geboren. Nachdem sie ihre Kindheit und Jugend mit ihrer Familie in Berg am Laim verbracht hatte, zog sie 1959 Jahren gemeinsam mit ihrem frisch angetrauten Mann in die Pilgersheimerstraße nach Untergiesing. 1962 kam dann der gemeinsame Sohn zur Welt und 1963 folgte der Umzug in eine größere Wohnung ein paar Straßen weiter. Und genau in dieser Wohnung lebt Traudl bis heute – inzwischen zwar alleine, aber nicht einsam, wie sie selbst sagt. Denn auch wenn sie ihren Mann sehr vermisst, Giesing und diese Wohnung sind und bleiben ihr Zuhause.

Wieso ihr dieses so enorm wichtig ist, was ihr Leben dort bis heute ausmacht hat und was sie und ihren Alltag gerade beschäftigt, erzählt sie in dieser Podcast-Folge.

Giesing – wir müssen mehr miteinander reden! Über das was uns beschäftigt, was uns glücklich oder auch Sorgen macht, über das was wir uns wünschen. Das zumindest wäre mein Wunsch.

Mein Name ist Marcia Rebay. Ich bin ein Kind der frühen 90er Jahre. 2019 habe ich meinen Master im Fach der Empirischen Kulturwissenschaft/Europäischen Ethnologie abgeschlossen. Und wenn ich meine Zeit nicht damit verbringe, mich auf die Spuren von alltagskulturellen Phänomenen und Zusammenhängen zu begeben, arbeite ich als Synchronsprecherin. Davor, dazwischen und danach bin ich schlicht und einfach eine junge Münchnerin, die sich für die Theater und Museen der Stadt genauso begeistern kann, wie für die Berge und Seen im Umland.

Seit nunmehr sieben Jahren lebe ich jetzt in Obergiesing. Auch wenn ich damit selbst zu denjenigen gehöre, die zu Gentrifizierung und Wandel des Viertels beitragen, wurde ich in diesen Jahren gleichzeitig Zeugin von dessen rasanter Veränderung.

Mir als junger Viertelbewohnerin, so könnte man ja durchaus meinen, würden die neuen Lokale und Läden schlichtweg gefallen. Tun sie zu einem gewissen Teil auch. Nachdem ich mich aber im Laufe von Studium und Ehrenamt im Alten- und Servicezentrum Untergiesing nicht nur mit den sozialen Folgen urbaner Verdrängung, sondern vor allem mit den Schicksalen derjenigen Menschen auseinandergesetzt habe, die sich ihr Alter(n) in einer Stadt wie München immer weniger leisten können, sehe ich das Ganze etwas anders.

Ich denke, es sind gerade ihre Befürchtungen, ihre Lebensgeschichten und Alltagserfahrungen, denen wir als jüngere Stadtbewohner*innen viel zu selten Beachtung schenken. Ziel dieses Projekts ist es, daran etwas zu ändern. Wenn auch „nur“ im Kleinen, ich glaube fest daran, dass Gespräche der Schlüssel zu mehr Verständnis, Solidarität und Zusammenhalt sind.

Also lasst uns miteinander reden, lasst uns einander zuhören und füreinander einstehen!

Kontakt

E-Mail: marcia@viertelgeschichtengiesing.de

Mobiltelefon: 0176 745 637 35



Offene Gesprächsstunde

in der Münchner Stadtbibliothek Giesing

Wann: Jeden zweiten Dienstag von 10:00 bis 12:00 Uhr

(ab dem 07.04.2020)

Wo: In der Deisenhofener Straße 20

E-Mail: stb.giesing.kult@muenchen.de

Telefon: 089 189 312 90



Offene Gesprächsstunde

im Pöllat-Pavillon des Giesinger Nachbarschaftstreff

Wann: Jeden zweiten Dienstag von 09:00 bis 11:00 Uhr

(ab dem 28.04.2020)

Wo: Am Neuschwansteinplatz 12

E-Mail: k.koppitz@verein-fuer-sozialarbeit.de

Telefon: 089 904 214 860

Impressum
Angaben gemäß § 5 TMG

Marcia Rebay
Alpenstraße 3
81541 München
Kontakt
Telefon: 0176 575 827 94
E-Mail: marcia@viertelgeschichtengiesing.de

Verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV
Marcia Rebay

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